Raser im Visier: Bundesweiter Blitzmarathon

Am 18. September ab 6 Uhr wird die Polizei einen Tag lang im ganzen Land die Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer kontrollieren. Schleswig-Holstein wird mit rund 260 Polizisten an Unfallschwerpunkten sowie an sensiblen Orten wie Kindergärten, Schulen und Altenheimen ihre Messungen durchführen. Die Polizei plant Temposünder anzuhalten und sie über die Gefahren und Folgen ihres Fehlverhaltens aufzuklären. Wo genau sich die 76 Standorte der „Blitzer“ befinden, gibt die Polizei ab dem 15. September bekannt.

5 % fuhren beim Blitzmarathon 2013 zu schnell

„Der Blitzmarathon ist nicht zuletzt wegen seines großen öffentlichen Aufmerksamkeitswerts geeignet, das Bewusstsein der Autofahrer für die jeweils richtige Geschwindigkeit zu schärfen“, sagte Innenminister Andreas Breitner. Dabei hat das Land seinen Einsatz fast halbiert: Während des ersten Blitzmarathons im letzten Jahr wurde in Schleswig-Holstein an über 150 Messorten kontrolliert und mehr als 400 Polizeibeamte waren damals im Einsatz. Von rund 120.000 Fahrzeugen fuhren mehr als 6000 zu schnell.

Der Verkehrswissenschaftler Prof. Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg hält den Blitzmarathon für überflüssig. „Mit solch einer Aktion erzeugt man keine Einsicht, sondern Gehorsam, der schnell wieder weg ist.“ Der ADAC erachtet den Blitzmarathon für grundsätzlich sinnvoll, da das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für die richtige Geschwindigkeit geschärft wird. Ein langfristiger Lernerfolg über den einzelnen Tag hinaus müsse laut dem Automobilclub noch genau beobachtet und analysiert werden. Bei Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang ist zu hohe Geschwindigkeit die Hauptursache – noch vor Alkohol.

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